Kostenfreie Immobilienbewertung?

Kostenfreie Immobilienbewertung - warum?

Die Anzahl der Online-Anbieter im Bereich der Immobilienbewertung mit kostenfreien Angeboten wird immer größer – neuerdings wird sogar schon per Fernsehspot geworben.

Doch können diese Plattformen auch wirklich dazu beitragen einen seriösen und belastbaren Wert zu ermitteln?
In umfangreichen Vergleichstests wurde belegt, dass die Online-Plattformen nur dazu dienen können eine grobe Schätzung zu erstellen. Die Möglichkeit der Eingabe von Objektangaben ist oft auf das Wesentliche wie Postleitzahl, eventuell Adresse, Baujahr, Grundstücksgröße und Wohnfläche beschränkt. Objektspezifische Besonderheiten, wie der Zustand, Bauschäden, Ausbaureserven o.ä. lassen sich gar nicht eingeben und auch ein Bodenwert kann nicht nur durch die Eingabe einer Postleitzahl seriös ermitteln werden. Je komplizierter und differenzierter eine Immobilie also ist, umso größer ist die Differenz zwischen dem Online-Wert und dem des Sachverständigen, unter Berücksichtigung der gesetzlich vorgegebenen Bewertungsmethoden.

Warum gibt es solche kostenfreien Online-Bewertungen denn überhaupt?
Wenn man sich die Anbieter der kostenfreien Portale anschaut, dann fällt auf, dass es sich bei den Anbietern fast ausschließlich um Maklergesellschaften handelt. Marktinformationen zufolge liegt der Ansatz nahe, dass die Makler das Angebot der kostenfreien Bewertung dazu nutzen an Objektdaten und Adressen von verkaufsbereiten Eigentümern zu gelangen und weniger die Ermittlung des Immobilienwertes im Vordergrund steht.

Daher sollte jeder Eigentümer oder Käufer, der den Wert einer Immobilie ermitteln möchte, für seine Belange prüfen, ob diese Online-Plattformen für ihn hilfreich sind oder ob er sich an einen Sachverständigen wendet und ein Gutachten erstellen lässt.

Weitere Beiträge

Mieterdienstbarkeit – eine komplizierte Dreiecksbeziehung

Die Vertragsparteien eines gewerblichen Mietverhältnisses können vereinbaren, dass die Grundstücksnutzung durch den Mieter (als Verkaufsraum, Betriebsstätte o.ä.) dinglich abgesichert wird. Der Hauptgrund für solch eine Mieterdienstbarkeit ist, dass Gewerbemieter oftmals große Summen in die Entwicklung sowie den Ausbau angemieteter Flächen stecken und diese Investitionen vor einer Insolvenz des Vermieters schützen wollen. Eine Mieterdienstbarkeit betrifft aber […]

mehr erfahren

Zwangsversteigerung von Immobilien

Auch wenn die Zahl der Zwangsversteigerungen in den letzten Jahren rückläufig ist, so wurden im Jahr 2018 wieder rund 18.500 Immobilien in Deutschland zwangsversteigert. Vor 10 Jahren, im Jahr 2008, waren es noch über 53.000 (Quelle: Statistik zwangsversteigerungen.de). Häufig werden Immobilien zwangsversteigert, wenn ihre Eigentümer nicht in der Lage sind, offene Schulden zu begleichen. Außerdem […]

mehr erfahren