Öffentlich bestellte Sachverständige vs. zertifizierte Sachverständige nach DIN EN ISO/IEC 17024


Einer Umfrage zufolge ist vielen Marktteilnehmern in Deutschland die Öffentliche Bestellung weiterhin besser bekannt als die europäische Zertifizierung. Dies erstaunt, da bereits seit 2009 die nach DIN EN ISO/IEC 17024 zertifizierten Sachverständigen in diversen Deutschen Gesetzen verankert wurden und in Deutschland eine Gleichstellung von entsprechend zertifizierten Sachverständigen und öffentlich bestellten Sachverständigen gilt. Die Bezeichnung „öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger“ gibt es heutzutage nur noch in Österreich und Deutschland. In allen anderen EU-Ländern ist die europäische Zertifizierung nach ISO 17024 ausschlaggebend für die Qualifikation des Sachverständigen. Daher wurden neuere Gesetze, wie zum Beispiel das Bewertungsgesetz (BewG), die Erbschaftssteuerrichtlinie (ErbStR), das Investmentgesetz (InvG) oder das Pfandbriefgesetz (PfandBG) dahingehend geändert, dass die ausschließliche Zuständigkeit von öffentlich bestellten Sachverständigen gestrichen wurde.

Wichtig hierbei ist zu beachten, dass sich viele Sachverständige als zertifiziert bezeichnen, dies aber nicht automatisch dem höchsten Qualitätslevel, gemäß ISO 17024, entsprechen muss. Deshalb sollten Sie bei der Einschätzung und Auswahl eines Sachverständigen auf den Zusatz „nach DIN EN ISO/IEC 17024“ achten.

Was liegt einer Zertifizierung nach ISO 17024 zugrunde?

Jeder entsprechend zertifizierte Sachverständige muss gegenüber der nach DIN EN ISO/IEC 17024 akkreditierten Zertifizierungsstelle seine fachliche und persönliche Kompetenz nachweisen. Dies geschieht meist über Ausbildungsnachweise, Zeugnisse und Arbeitsproben, die der Antragsteller der Zertifizierungsstelle vorlegen muss. Nach Erfüllung dieser Eingangsvoraussetzungen muss sich der Sachverständige einer oder mehrerer Prüfungen stellen, um auch dort sein Fachwissen nachzuweisen. Nach der Zertifizierung überwacht die Zertifizierungsstelle den Kandidaten u.a. durch regelmäßige Arbeitsproben der Gutachten und Weiterbildungsnachweise sowie eine Re-Zertifizierungsprüfung alle 3 oder 5 Jahre. Dies garantiert, dass der gemäß ISO 17024 zertifizierte Sachverständige von seinem Niveau und seinem Fachwissen höchsten Ansprüchen genügt.

Gerichte und sonstige Auftraggeber können somit mit gutem Gewissen einen nach DIN EN ISO/IEC 17024 zertifizierten Sachverständigen mit der Erstattung eines Gutachtens betrauen, denn hinter dieser geschützten Bezeichnung steht ein hohes Maß an Kompetenz und aktuellem Fachwissen.

Weitere Beiträge

Immobilienbewertung im Scheidungsfall

Ein Bauwerk steht oftmals Jahrhunderte, eine Beziehung hingegen hält nicht immer ein Leben lang. Daher stellen sich viele Paare bei einer Trennung oder Scheidung die Frage, was mit der gemeinsamen Immobilie passiert. Oftmals gibt es unterschiedliche Meinungen oder Streit um die Verwendung oder Bewertung eines Hauses oder einer Eigentumswohnung. Bleibt einer der beiden Partner dort […]

mehr erfahren
DEKRA zertifiziert

Frank Kaiser nun auch DEKRA D3 zertifiziert

Der Gründer der Kaiser Immobilienbewertung und Beratung, Frank Kaiser, ist neben seiner Zertifizierung nach DIN EN ISO/IEC 17024 ab sofort auch seitens DEKRA zertifiziert als Sachverständiger für die Bewertung von komplexen Wohn- und gewerblichen Objekten. Diese Zertifizierung als Sachverständiger Immobilienbewertung D3 ist die höchste Qualifikation seitens DEKRA für Wertermittler. Zu den Gründen für diese Personenzertifizierung […]

mehr erfahren